Liebe Mitwirkende und alle, die uns unterstützen,
liebe Freundinnen des Kalkbrennerei e.V.,
das neue Jahr hat begonnen und aus dem Winterschlaf der kalten Villenpracht nehmen wir uns Zeit, auf das Vergangene zurückzublicken.
Die ersten tanzerfüllten Veranstaltungen 2025 fanden unter der schönen Junisonne in unserem Senkgarten statt. Mit mächtigem Bass, psychedelisch anmutenden Lichteffekten und einer Menge freudiger Menschen eröffnete die Schallzentrale um Nico Hartmann mit einer fuchsteufelswilden Veranstaltung den Reigen des Sommers.
Kurz darauf lachte, tanzte und bewegte dieser sich weiter – bis in den Juli hinein – bei der Ecstatic- Dance-Reihe mit Jette Buettler. Barfuß im Sand, mit Wind in den Haaren und geschlossenen Augen wurde Bewegung zu einer fast therapeutischen Erfahrung.
Im selben Monat versammelte sich unter den Bäumen eine farbenfrohe, lebendige Community samt Allies der Stadt zu einem illustren Picknick: QUEER! WIR! HIER! hatte zu einem gemütlichen Nachmittag voller Austausch, Lachen und Verbundenheit geladen.
Doch auch ernstere Themen fanden Platz: Im Rahmen unseres Jahresthemas „Eigentum“ bot die Gruppe Rostock Postkolonial erstmals einen Stadtrundgang in Stralsund an. Gemeinsam wurden mit der kolonialen Vergangenheit der Stadt verbundene Orte besucht, Informationen zur Kolonialgeschichte und deren Kontinuitäten bis in die Gegenwart vermittelt und diskutiert – ein sehr nachdenklicher und aufklärender Nachmittag.
Weniger ernst, aber nicht minder eindrucksvoll, zeigte sich der Spätsommer: Im August besuchte uns der Liedermacher Felix Meyer mit seiner Band. Ein gut besuchter Abend mit familiärer Stimmung. Kurz darauf brach die Brandung der zweiten Schallzentrale über den Villastrand herein, zur gischtschäumenden Freude aller feierfreudigen Tagfalter und Nachtmotten.
Den Ausklang des Monats bildete eine bewegende und intensive Filmvorführung: „Queer“ von Luca Guadagnino, organisiert vom Blendwerk e.V.. Die Linksjugend Stralsund lud im Anschluss zu einem weiteren queeren Beisammensein mit Kuchen, Basteln und ganz viel Herzlichkeit.
Am Tag des offenen Denkmals öffnete Hausherrin Vincenz Kurze wieder die Türen für alle
Neugierigen und Liebhaber*innen alter Gemäuer.Besonders eindringlich war der Vortrag von
Katrin und Peter Hoffmann vom Strandläufer Verlag mit Auszügen aus „Die Elenden von
Łódź“ von Steve Sem-Sandberg – ein tiefgehender und detailliert recherchierter Beitrag zu
unserem Jahresthema „Eigentum“ vor dem Hintergrund von Ghetto und Shoah.
Begleitet wurde der Tag von einer sehr persönlichen Fotoausstellung von Julia Bachor, die seit
vielen Jahren ein eng mit der Villa verbunden ist – eine Einladung zur Reise durch Marokko,
aber auch dazu, Menschen und der Welt mit offenem Herzen zu begegnen, statt sich von
Materiellem leiten zu lassen.
Der Herbstwind fegte den Garten leer, bis im Dezember der Capoeira Stralsund e.V. mit einer
intensiven Weihnachtsroda das Haus noch einmal zum Beben brachte – und die Kälte des
Jahres kurzweilig vertrieb.
So ging ein ereignisreiches Jahr voller Impulse, Begegnungen und gemeinsamer Momente zu
Ende.
Neue Ideen und Pläne sind bereits geschmiedet, und unser kommendes Jahresthema steht fest:
„Spiegelwelten – Vom Ende der Wahrheit zum Traum der KI“
Ein faszinierendes, hochaktuelles Thema, das schon jetzt viele kreative Gedanken entfacht.
Lasst euch überraschen – so wie wir selbst!
Text: Benjamin Dalke
